My girl is stronger than you.

Ich war nie ein großer Frauenversteher. Ich würde die Atmosphäre in der Familie meiner Kindheit als eher maskulin beschreiben und so war mir das Weibliche immer ein wenig mystisch und ja, ich hatte wohl auch ein wenig Angst vor ihm.

Ich bin allerdings erzogen worden mit dem völligen Selbstverständnis, dass Frauen absolut gleichgestellte Menschen sind. Ich habe niemals erlebt, dass mein Vater meiner Mutter ernsthaft irgendwelche Vorschriften gemacht oder sie in irgendeiner Form unterdrückend behandelt hat. Meine Mutter traf alle ihre Entscheidungen selbst und ich meine fast, über einige Jahre hatte sie auch ein höheres Einkommen als mein Vater 😉

Warum schreibe ich dies nun in einem Blog, der irgendwie sehr offenbar das Thema Sport, CrossFit, Eisen fressen zum Inhalt hat? Nun ja, nach einem Post eines unserer Mitglieder heute fing ich wieder einmal an, darüber nachzudenken, wie das heutzutage eigentlich so ist mit den Frauen. In der Welt meine ich. Und ich möchte meinen, dass es so großartig nicht läuft für sehr viele Frauen und Mädels. Wenn ich meine 3,5-jährige Tochter beim ausgelassenen Spiel bestaune, dann sehe ich einen glücklichen kleinen Menschen, der das Leben mit allen Möglichkeiten vor sich hat. Ich sehe natürlich auch dem Geschlecht nach ein Mädchen (schon weil meine Kleine die meiste Zeit des Tages im Prinzessinenkostüm zuhause rum tanzt ❤ ), aber es gibt bezüglich ihrer Zukunftsaussichten in meiner Welt keine Unterschiede zu meinem 7-jährigen Sohn. Wie viele Frauen hingegen haben nie eine Wahl? Dürfen im Grunde niemals irgendeine relevante Entscheidung treffen? Und ja, wie viele Frauen dürfen nicht einfach Sport treiben? Geschweige denn in Hot Pants und Sport-BH??

Und dann denke ich an die Box. Meine Box. So ein bisschen wie „mein“ Kind. Sie gehört mir irgendwie gar nicht, aber das „mein“ drückt aus, was ich empfinde, wenn ich sie betrachte: Stolz, Begeisterung und eine sich immer stärker entwickelnde, ganz eigene Persönlichkeit und ich weiß, irgendwann bin ich nur noch Betrachter. Und sie lehrt mich auch viel. Z.B. dass es eben immer noch keine Selbstverständlichkeit ist, dass wir alle – völlig egal ob Männlein oder Weiblein – so ungezwungen, entspannt und auf Augenhöhe miteinander umgehen können (was heißt Augenhöhe – unsere Masterathletin Diana hat mich gestern in 17.2 mit 9 Punkten stehen lassen 😉 ). Dass wir Männer stolz auf „unsere“ Mädels schauen. Mensch wir tragen T-Shirts auf denen steht „My girl is stronger than you“! Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich so leben darf. Dass meine Tochter so leben darf, dass wir in einer Gesellschaft leben, die natürlich immer noch dazu lernen soll, aber in welcher beide Geschlechter gut miteinander auskommen. Man sagt Sport verbindet. Verbindet die Völker, verbindet die Menschen – alle Menschen, Männer und Frauen.

Sport frei, Coach Nico

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