Was tun bei Zerrung und Co.?!

Immer wieder sehe ich Sportler die nach einem plötzlich auftretenden Ziepen z.B. im Oberschenkel als Akutmaßnahme beginnen sich auf dem Foamroller zu walken und wild zu stretchen. Mir erscheint das nicht plausibel, denn wenn ich mir eine oberflächliche Verletzung z.B. auf der Haut zuziehe, dann komme ich ja auch nicht auf die Idee darauf rum zu drücken und die Wunde auseinanderzuziehen?! Bei einer Muskelzerrung handelt es sich letztlich um ein Trauma der Sarkomere, den kleinsten funktionalen Einheiten eines Muskels. Weder eine Massage noch Stretching sind die richtige Vorgehensweise unmittelbar nach Auftreten der Verletzung. Akut sollte der lädierte Körperteil gekühlt werden, um starke Einblutungen im Gewebe zu verhindern. Völlig Ruhigstellung ist entgegen weitläufiger Meinungen auch nicht zu empfehlen, denn dies führt zu einem “Herunterfahren” des Stoffwechsels im betroffenen Bereich, womit die Selbstheilung des Körpers signifikant beeinträchtigt und die Regenerationszeit nach einigen Studien bis um das 5fache verlängert werden kann. Im weiteren Verlauf sollte der betroffene Bereich behutsam bewegt werden, um weitere Schädigungen oder sogar Faserrisse zu verhindern. Es ist dann sogar durchaus angezeigt, den betroffenen Muskeln sanft zu dehnen oder auch etwas zu massieren um die Spannung im umliegenden Gewebe zu reduzieren, welche sonst ebenfalls den Blutfluss und somit die Selbstheilung beeinträchtigt. Hierbei gilt es jedoch immer schmerzauslösende Maßnahmen zu unterlassen, denn Schmerz ist i.d.R. ein Alarmsignal des Körpers und bedeutet die entsprechende Handlung besser zu unterlassen. Meiner Erfahrung nach heilen Zerrungen am besten mehr oder weniger unbehandelt aus, allenfalls kann es sinnvoll sein, mittels warm/ kalt Wechsel an der betroffenen Stelle den Blutfluss anzuregen (nicht jedoch unmittelbar nach Auftreten der Verletzung!) und somit die Selbstheilung zu fördern. Und natürlich – Bewegung! 

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