Coaching is taking an athlete where they can`t take themselves.

Am vergangenen Wochenende begab ich mich mit drei Zweierteams und noch weiteren Personen nach Hannover zur CrossFit Hangover Challenge. Eines unserer Teams bestand aus zwei bereits erfahrenen Athleten die sich eine Platzierung auf den vorderen Plätzen zutrauten.

Die beiden anderen Teams waren ambitioniert und hatten einfach Bock auf Wettkampf, wie sie hierbei abschnitten war zweitrangig.

So hatte ich es zumindest verstanden. Nach meiner Erfahrung ist es so, dass bei einem Antritt im Wettkampf, sofern keine eindeutigen Siegeschancen bestehen, der Ball gerne flach gehalten wird. Großspurige Ansagen vorweg bergen natürlich immer die Gefahr, sich hinterher zu blamieren und Erwartungen zu schüren, deren Erfüllungsdruck einem schon Durchfall drei Tage vor dem Wettkampf beschert. Dennoch wird dann am Wettkampftag auf die Platzierung geschmult und plötzlich ist es doch nicht mehr so egal, wo man steht. Das liegt wohl in der Natur der Sache. Ich gebe zu, dass ich erkennen musste, dass die Betreuung dreier Wettkampfteams doch eine ganz andere Sache ist, als Personal Training und die Anleitung einer Gruppe, beides Arbeiten, die ich gewohnt bin und von denen ich behaupten möchte, sie recht gut zu beherrschen. Die Erkenntnis z.B. dass trotz vor dem Wettkampf kaum geäußerter Ambitionen doch eine ordentliche Portion Ehrgeiz mit im Gepäck ist, war mir neu.

Meine Auffassung zum Coaching am Wettkampftag beschränkte sich auf Motivation und ggf. auftretende organisatorische Schwierigkeiten zu puffern. Ich war der Meinung, dass es technisch nichts zu coachen gäbe, denn was der Athlet am Wettkampftag technisch nicht beherrscht, wird er hier auch nicht mehr lernen. Völlig unterschätzt habe ich die emotionale Wirkung eines Coach. Der Athlet steht unter Strom, das Adrenalin ihm bis zum Hals. Es tut einfach unheimlich gut jemanden an der Seite zu haben, der einem mal ermutigend auf die Schulter klopft, der einem die Gewichtswerte für die Erwärmung vorgibt oder einem eine Strategie vorschlägt (auch wenn diese sich dann gern während des workouts komplett zerschlägt..) und sonst einfach am Rand steht und mit seiner Aufmerksamkeit quasi den Fels in der Brandung gibt. Es ist nicht leicht, als Coach das eigene Ego hintenan zu stellen (so wie das auch sonst im Leben nicht leicht ist) und es einfach runterzuschlucken, wenn man den Athleten gut gemeint lautstark anfeuert und dieser durch vor Erschöpfung zusammen gebissene Zähne zischt „quatsch mich nicht voll“. Hat mich ein bisschen an die Geburt meiner Kinder erinnert – hier schlugen die Bedürfnisse meiner Freundin auch gefühlt alle 5 Minuten um…

Lange Rede, kurzer Sinn: Wir haben Ambitionen in diesem Jahr mit unseren Athleten auf so mancher Competition präsent zu sein und ich freue mich auf die Herausforderung als Coach dieses „next level“ zu erklimmen.

Sport frei, Coach Nico

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