#10 Erwarte keine sofortigen Resultate. Genieße die Arbeit, den Schweiß und heiße den Schmerz willkommen.

Abraham Lincoln durchlief die harte Schule eines Farmarbeiters an der Frontier, der Grenze zur Wildnis im Westen der USA des 19. Jahrhunderts, brachte sich all die Fertigkeiten, die ihn später zum Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika befähigten quasi im Selbststudium bei und wusste ganz sicher, was harte Arbeit ist.

Ich eröffne mit einem Zitat von einem der wohl beeindruckendsten Staatsmänner der Moderne:

„Schmerz ist {nur} Schwäche, die den Körper verlässt.“

Ich war viele Jahre sehr streng mit mir. Mein innerer Monolog bestand häufig aus Kritik; wenn ich an meine Leistungsgrenzen stieß, dann konnte ich das nicht akzeptieren und „prügelte“ mich innerlich darüber hinaus.

Schmerz war für mich essentiell; ich kann mich an Squat-Einheiten erinnern, während derer ich kotzen musste und anschließend weiter trainiert habe.

Mit 19 Jahren erlitt ich während einer Trainingseinheit an der Beinpresse einen Bandscheibenvorfall mit Ausfallerscheinungen und starken Schmerzen.
Ich brachte dieses Training dann mit gefühlt platzenden Oberschenkeln am Beinstrecker zu Ende, weil dies die einzige Übung war, die noch ging. Ich hatte mich humpelnd auf den Beinstrecker geschleppt, jedes Auftreten schoss mir wie Feuer das Bein hinauf in den Rücken, aber ich war besessen und das Training abzubrechen keine Option.

Ich möchte hier niemanden ermutigen mir diesen jugendlichen Leichtsinn nachzumachen, aber dennoch hat mich all dies nicht umgebracht und sicherlich meine Schmerztoleranz verschoben.
Ich erzähle auch nicht davon, um hier das Bild eines tapferen Kämpfers zu verkaufen – ich war einfach so, meine Motivation war Angst und das ist keinem zu empfehlen. Jedoch, einige Dinge habe ich tatsächlich gelernt:

  1. Es wird einem nichts geschenkt. Und wenn mir einer erzählt, ich soll meine Wünsche ans Universum senden und sie erfüllen sich dann von selbst, dann weiß ich, dass das Bullshit ist.
  2. Wenn Du etwas wirklich willst, dann solltest Du einen guten Grund dafür haben. Sobald das „warum“ stark genug ist, ist das „wie“ keine Frage mehr.
  3. Demut, Beharrlich- und Dankbarkeit sind gute Ratgeber. Lerne zu schätzen, was die Anstrengung aus Dir macht, unabhängig davon, ob Du Dein Ziel bereits erreicht hast oder nicht.

 

Besonders die Dankbarkeit ist ein sehr wirksamer Motivator. Tief empfundene Dankbarkeit lässt keinen Raum für Frustration und selbst der mühsamste Weg wird erträglich, wenn Du immer wieder dankbar bist, für das, was bereits hinter Dir liegt, für das was noch vor Dir liegt und den Weg den Du beschreiten darfst.

 

Sport frei, Coach Nico

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