Schluss mit der Eierei! Ich scheitere immer wieder. Wie schaffe ich es, an meinem Ziel Sport zu treiben und gesund zu essen wirklich dran zu bleiben?

Hin und wieder korrespondiere ich mit Menschen, die Fragen zu fitnessrelevanten Themen haben. Sehr oft geht es um das leidige Thema Ernährung, spätestens wenn die elementare Bedeutung dieser hinsichtlich einer dauerhaften und signifikanten körperlichen Veränderung bewusst wird.

Folgende Email (in Auszügen) erreichte mich vor einiger Zeit:

Hallo Nico,

(…) Ja, also das mit der Ernährung ist bei mir so eine Sache. (…) ich will mich schon an den Plan halten und ich habe auch die Zeit mir was vorzubereiten. Es macht mir auch nichts aus das Essen überall hin mitzunehmen (…)Aber irgendwie hab ich da immer wieder so Totalausfälle. Ich hab dann immer ein furchtbar schlechtes Gewissen und ärgere mich danach über mich selber. Keine Ahnung warum ich das manchmal mache. Aber ich will das nicht mehr. (…)

Hier meine Antwort:

Hallo (…),

Ich verstehe Dein Problem und bin mir sicher, dass es einigen so geht.

Vorweg ein kurzer theoretischer Exkurs. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen 2 „Arten“ der Motivation:

1. Die eigentliche Motivation, welche durch die Erwartung kurzfristig einsetzender (positiver) Emotionen gekennzeichnet ist. Diese Art der Motivation wird immer dann wirksam, wenn Du gerade Lust auf etwas Süßes oder ähnliches verspürst und dem dann nachgibst, mit der Konsequenz der unmittelbaren Befriedigung dieses Verlangens, dem geschmacklichen Genuss und all dem, was Zucker so im Körper auslöst. Nicht zuletzt vollzieht sich eine biochemische Reaktion in Deinem Gehirn deren Grundlage der Neurotransmitter Dopamin ist. Es handelt sich um ein Belohnungssystem, welches unmittelbar Glücksgefühle auslöst. Dieser Vorgang ist ein sehr ursprünglicher und es sind massgeblich Hirnareale verantwortlich, welche evolutionär sehr „alt“ sind. Wenn Du Dich so verhältst, unterscheidest Du Dich im Grunde nicht vom Hund, der dem Leckerli nicht widerstehen kann;-)

2. Dem entgegen steht die sogenannte „Volition“. Hierbei handelt es sich um eine Art der Motivation, die von einer willentlichen Absicht erzeugt und außerdem von der Erwartung langfristiger positiver Konsequenzen „gespeist“ wird.

Du hast also ein Ziel vor Augen (Du möchtest schlank und sportlich sein) und bist Dir intellektuell im Klaren darüber, dass dem Nachgeben kurzfristiger Bedürfnisse (Leckerli) auf dem Fuße folgen wird, dass Du Deine langfristigen Ziele nicht erreichen kannst.

Die Lösung liegt nun hier in der Entwicklung volitionaler Strategien, d.h. Du musst Dir Verhaltensweisen „zurechtlegen“ welche Du im Fall der Fälle „abspulst“. Voraussetzung ist natürlich, dass Du diese Situationen rechtzeitig realisierst, da mache ich mir aber keine Sorgen, denn Du fütterst Dich ja i.d.R. selbst und hast Augen im Kopf um zu erkennen, was genau Du Dir da in den Mund steckst;-) Meistens erkennst Du den bevorstehenden „Fehltritt“ aber schon viel früher und je eher Du Deine Strategie „zückst“, desto besser..

Es ist außerdem wichtig, das Entstehen emotionaler Zustände, die dazu führen könnten, dass Du in Deine gewohnten Verhaltensmuster zurückfällst, zu vermeiden. Hilfreich ist es hier z.B. Sport zu treiben, denn Sport wird Deinen Körper in einen anderen emotionalen Zustand versetzen.

Ich empfehle Dir weiterhin folgendes: Formuliere Deine langfristigen Ziele schriftlich und trage sie IMMER bei Dir. Wenn Du nun in eine konkrete Situation kommst, dann hast Du diesen „Vertrag“ mit Dir selbst parat und erinnerst Dich an Deine langfristigen Ziele, den Grund dafür, dass Du gleich verzichten wirst. Auch sehr wirksam kann hiermit verknüpft eine konkrete Verhaltensweise sein, z.B. könntest Du einfach ein paar Kniebeugen oder Burpees machen;-) Letztlich wird Deine bewußt erzeugte Erinnerung an Dein Ziel und die Emotionen die Du mit diesem Ziel verbindest, dazu führen, dass Du der kurzfristigen Befriedigung widerstehen kannst.

Dieser Prozeß wird sich allmählich automatisieren und schließlich nahezu unterbewußt ablaufen. Dein Ziel brauchst Du nun nicht mehr vom Zettel abzulesen, sondern hast es in Deinem Hippocampus (Der Teil des Gehirns in dem das Gedächtnis und die Erinnerung sitzen) fest angelegt.

Und nun…

Willkommen in Deinem neuen Leben!

Gib mir gerne Feedback zu Deinen Erfahrungen mit diesen Empfehlungen!

 

Coach Nico

Kommentare sind deaktiviert