Friss oder stirb!

Nennen wir das Kind doch beim Namen: Wenn es um die körperliche Optik geht, dann ist die Ernährung der entscheidende Faktor. Jeder der in unserer Box mit dem Training beginnt, regelmäßig kommt (ich meine damit mindestens 3x / Woche) und wenigstens 3 Monate am Ball bleibt, wird definitiv stärker, beweglicher, agiler, ausdauernder und schneller. Wahrscheinlich baut er auch ein paar Muskeln auf und verliert etwas Körperfett. Das ist mit Sicherheit deutlich mehr Entwicklung, als in einem klassischen Fitnessstudio zu erreichen ist. Soweit so gut.
Ich würde allerdings behaupten, dass mindestens 80% unserer Mitglieder (Ich sage nicht 99% – aber nur weil ich niemandem auf den Schlips treten möchte..) ein nicht unerhebliches Interesse daran haben, auch mindestens genauso fit auszusehen, wie sich fühlen. Wieder möchte ich es ganz klar benennen: Sixpack, runde Schultern, stramme Beine und muskulöse Arme bei den Männern und mindestens einen flachen Bauch, eine schlanke Teile, Knackarsch und wohlgeformte Beine bei den Mädels. Zumindest sind diejenigen, die über diese Komponenten verfügen und sie schwitzend zur Schau tragen immer die Hingucker und sicherlich hätten die allermeisten nichts dagegen, auch in solcher Form daherzukommen.

Nur muss hier eines ganz klar gesagt werden: 3-4x / Woche in die Box zu kommen und Hanteln zu werfen ist eine Sache (much respect hierfür, denn das ist schon mehr als 90% der Deutschen tun), aber gezielt Körperfett zu verlieren und Muskulatur aufzubauen ist ein 24/7 Job. Die wesentlichen Komponenten sind Training, Schlaf/Regeneration und…. (Trommelwirbel) die ERNÄHRUNG. Neben der notwendigen Vorbereitung der täglichen Mahlzeiten und dem entsprechenden Mitführen dieser, zumindest aber der Kenntnis des eigenen Nährstoffbedarfs und entsprechender Lokalitäten, in denen solches Essen zu bekommen ist, ist es eigentlich gar nicht so kompliziert.

Ich empfehle jetzt einfach mal ganz grob: 4-5 Mahlzeiten täglich (d.h. alle 3-4h eine) bestehend aus einer faustgroßen Portion Eiweiß (Fisch, Fleisch, Geflügel, Eier, Tofu oder Meeresfrüchte), einer Handvoll komplexer Kohlenhydrate (Reis, Kartoffeln und Süßkartoffeln), einer halben Zeigefingerlänge Fett (Avocado, Nüsse, Samen, Butter, Öl) und mindestens einer Handvoll Gemüse und Salat und fertig ist der Lack. Das Geheimnis ist meiner Meinung nach nicht die Raffinesse, sondern schlicht die Monotonie. Ich halte nicht viel von „Abwechslung“ im Sinne von großartigen Rezepten, deren Zubereitungen Unmengen von Zeit und Aufmerksamkeit beansprucht, denn von beidem hat der moderne Mensch i.d.R. nicht besonders viel übrig. Die Sache sollte einfach gehalten werden, denn nur dann hat sie meiner Erfahrung nach Aussicht auf Erfolg.

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Wenn ich diese Dinge nun so gebetsmühlenartig runter predige, dann kann ich i.d.R. dabei zusehen, wie meinen Zuhörern die Mundwinkel nach unten sinken. Unmittelbar hierauf folgt dann die Aufzählung aller „ABER“. Die gängigsten lauten:

„Keine Zeit“

Aha. Weil Du ja auch sonst nichts isst. Und beim Einkaufen ein paar ordentliche Dinge in den Korb zu legen erfordert wohl nicht mehr Zeit als Schoki und Co. Ich kenne garantiert einige Leute die mindestens so viel zu tun haben wie Du und es trotzdem auf die Reihe kriegen.

„Das ist so eintönig“

Frage: Was isst Du normal so zum Frühstück? „Na meistens ein belegtes Brötchen vom Bäcker um die Ecke.“ Ok. Und das ist nicht eintönig??

„Da hat man ja keine Freude mehr im Leben“

Wenn Deine Lebensfreuden sich auf`s Futtern beschränken, dann wird es vielleicht Zeit, dass Du einmal grundsätzlich über einiges nachdenkst. Und im Übrigen: Ich habe sehr viel Freude im Leben!

„Mir schmeckt’s eben einfach so gut.“

Mir auch. Wer hat denn gesagt, dass Fisch, Fleisch, Eier, Samen, Nüsse, Gemüse, Obst, Pilze, Kräuter, Gewürze usw. scheiße schmecken müssen??

– „Da habe ich ja dann kein Sozialleben mehr. Wie sieht denn das aus, wenn ich bei einem Abendessen mit Freunden meine Tupperware auspacke??“

Bei einem solchen Abendessen isst Du eben einfach mit und lässt den lieben Gott einen guten Mann sein. Ich weiß ja nicht, mit wie vielen Freunden Du so wöchentlich zu Abend isst, aber die ein, zwei Mahlzeiten machen den Kohl nicht fett und sind auf keinen Fall ein Argument dafür, es dann gleich ganz sein zu lassen mit der „gesunden Ernährung“.

„Ich habe das jetzt mal probiert, aber es funktioniert nicht.“

Wie lange bist Du denn jetzt dabei? „Seit 2 Tagen!“ Glückwunsch! Keine weiteren Fragen.
Wenn das nun alles nichts hilft, dann kann ich mich bisweilen nicht mehr halten. Das klingt dann ungefähr so: Ja gut, dann lass es halt bleiben, aber geh mir nicht auf den Sack mit Deiner Fragerei nach dem „Geheimnis“ oder dem „Super-Tipp“. Dann sieh der Wahrheit ins Gesicht: Du bist einfach zu bequem oder es ist Dir nicht wichtig genug. Ist doch ok, aber dann häng die Sache an den Nagel und erspare Dir und anderen diese Zeitverschwendung. Danke. Weitermachen.

Ich finde das wirklich absolut in Ordnung, wenn man für sich entscheidet, dass es einem den „Aufwand“ nicht wert ist. Ich gratuliere jedem von Herzen, der das Selbstbewusstsein hat, sich den allgemeinen Schönheitswahn den Buckel runter rutschen zu lassen. Ich habe aber kein Verständnis für Schwätzer und Zeiträuber. Ich werfe keine Perlen mehr vor die Säue. So einfach ist das. Der erwachsene Mensch hat m.M.n. die Pflicht an seiner Persönlichkeit zu arbeiten (vielleicht handelt es sich hierbei gar um den immer wieder gern gesuchten Sinn des Lebens?! Wer weiß.) und hier haben wir einfach so ein Thema.

Mach es oder lass es bleiben und gut ist. In diesem Sinne, Sport frei,

Coach Nico

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