„Apfelarsch – und warum der nicht nur gut aussieht, sondern auch was kann.“

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Ich bin ja nun CrossFitter. Mein Aussehen ist ja nur noch Nebensache. So ist es. Na ja, so sollte es zumindest sein. Vielleicht liegt es daran, dass ich ans Eisen über`s Pumpen gekommen bin oder daran, dass ich als Teenie einen Minderwertigkeitskomplex hatte oder an beidem, aber auf jeden Fall, ja, ich möchte mich nicht länger schämen es zu sagen😉 – ich stehe auf Muskeln! Ich schau sie mir gerne an und ich find`s klasse am Strand dafür beglotzt zu werden. Ich meine hey – wer ist schon so uneitel und behält eine Sache, die er sich über Jahre hart erarbeitet hat, nur für sich? Ich meine, welcher Autor behält ein Buch im Schubfach, an dem er Monate geschrieben hat und das er für wirklich gut hält? Welcher Handwerker bastelt sich ein tolles Haus irgendwo in die Pampa, ohne es jemals jemandem zeigen zu wollen? Das ist nun mal mein Verdienst, das ist das, was ich gut kann und irgendwie habe ich hierin ja sogar meinen Platz in der Gesellschaft gefunden. Ich bin das wandelnde schlechte Gewissen für viele Menschen oder ihre fleischgewordene  Motivation, je nach dem😜

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Na sei`s drum… Jedenfalls bin ich kürzlich von jemandem gefragt worden, auf welchen Körperteil ich, was den optischen Eindruck angeht, am meisten achte. Also jetzt bei Männern meine ich. Ist mir mein Sixpack besonders wichtig oder sind`s die Titten oder doch der Bizeps? None of that. Es sind die Schenkel und der Arsch. WAAAS?? Mein Bekannter schaut mich mit weit aufgerissenen und ungläubigen Augen an. Die Schenkel? Der Arsch?? Was ist denn daran so beeindruckend?

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the one and only: Pyrros Dimas

Nun, als ich mit zarten 15 Jahren anfing mit Gewichten zu trainieren, da habe ich selbstverständlich äußerst wenig Zeit für das Training des Teils meines Körpers unterhalb des Bauchnabels aufgebracht (na gut, ganz stimmt das nicht, denn ein gewisses Teil ist doch recht häufig trainiert worden😂😂😂). Kniebeugen? Fehlanzeige. Ja, vielleicht mal alle 3 Wochen so ein paar Hofknickse mit der Stange auf dem Rücken. Allenfalls noch die Beinpresse. Unbedingt aber Bankdrücken! Und Rudern an der T-Bar! Und Scott Curls und Concentration Curls und Hammercurls und Langhantelcurls und Curls mit der SZ-Stange und Curls am Kabelzug mit Ober- und Untergriff und am Seil und natürlich auch Trizeps aus allen Winkeln…. Ich habe auch jeden Tag mehrere Serien Bauch trainiert, seitlich, vorne, oben, unten usw.

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Heute weiß ich – ich hatte damals den Sport noch nicht verstanden. Die große Erleuchtung kam mir während des Sportstudiums. Ich war dort körperlich auffallend unter immerhin ja auch zumeist Sportlern. Meine Schultern waren breiter, meine Arme dicker und ich war so ziemlich der einzige, der überhaupt Titten hatte. Nur scheiterte ich gnadenlos an so ziemlich allem, außer dem Geräteturnen – warum? Weil man hierzu die Beine und Hüfte am wenigsten benötigt🤓 Mein Weitsprung war jämmerlich, mein Kugelstoß eine Schande und selbst im Sprint lag ich allenfalls im unteruntersten Mittelfeld. Mein Gott, als die meinen Vertikalsprung mit großen Erwartungen testeten (Ich trug damals bevorzugt lange Hosen. Auch im Sommer. Auch am Strand.), da haben die mir dreimal gesagt, dass ich jetzt wirklich mal richtig springen könne, bis sie begriffen, dass ich mein Pulver schon verschossen hatte. Es war wirklich peinlich und zum ersten Mal in meinem Leben bekam der Begriff „funktionales Training“ eine reale Bedeutung.

Ich wollte das ändern. Ich wollte wirklich leistungsfähig sein. Scheiß auf Bizeps-Curls! Plötzlich verstand ich den Zusammenhang zwischen Hüftstreckung, athletischer Leistungsfähigkeit, dicken Beinen und einem Kugelarsch:

„Du kannst sagen, was Du willst, es geht alles nur ums eine, strammer Arsch, harter Rumpf, fetter Nacken, dicke Beine…“ 

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Nicht von dieser Welt..

So sieht`s aus. Schau sie Dir alle an: Elite Powerlifter, Olympische Gewichtheber, Weltklasse Sprinter, Top Ringer usw. Die haben alle ausgeprägte Hüftstrecker, monströse Rückenstrecker, stahlharte und sogar dicke Bauchmuskeln und – sofern sie Dinge anheben müssen – brutale Nacken und obere Rücken. Die Titten sind da irrelevant (gut, Powerlifter benchen…), auch die Arme spielen keine größere Rolle. Es geht darum, die Hüfte kraftvoll und explosiv strecken zu können und diese Energie auf einen Gegenstand zu übertragen oder den eigenen Körper zu beschleunigen. Das ist Sport! Das ist Power! Das ist der Löwe, der Bär, der Tiger, der Pit Bull!!! Und wer zum Geier feiert schon die scheiß Tauben, weil die lange fliegen können??

möp

möp

Power, Kraft, Explosivität – das ist die Faszination, das ist die Königsklasse! Es rennen jedes Jahr Millionen „Nicht-Sportler“ einen Marathon, um es sich selbst zu beweisen, aber das 2,5 fache des eigenen Körpergewichts in einer einzigen Bewegung vom Boden bis über den Kopf zu reißen, das können vergleichsweise nur eine Handvoll Menschen auf diesem Planeten. Und dazu braucht es Arsch. Sowohl in der Hose, als auch im Herzen. In Berlin meint man übrigens mit „Arsch“ in der Hose Mumm.

Wie heißt denn nun das Mittel der Wahl? Ganz einfach: Kniebeugen, Kreuzheben, Schulterdrücken, Reißen, Stoßen. Ja ok, das ist jetzt wirklich auf`s Wesentliche reduziert. Aber ist denn da draußen nicht wahrlich genug Bullshit unterwegs?

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Zu guter Letzt: Ich möchte noch kurz klar stellen, dass ich jeden Marathonläufer respektiere und mir das auch furchtbar anstrengend vorstelle, aber dennoch empfehle ich auch jedem Läufer, Triathleten, Schwimmer u.ä. ein regelmäßiges Krafttraining. Mehr Druck auf die Pedale = mehr Effizienz, gelle?

Ich bin ganz sicher kein besonders guter Squater. Ich schaffe das doppelte meines Körpergewichts. An einem guten Tag… einem sehr guten. Aber ich squate leidenschaftlich und Squaten ist für mich eine Analogie für`s Leben – ich stehe auf, immer wieder und wieder und keine Last dieser Welt erdrückt mich kampflos.

Und hier und da ein paar Bizeps-Curls dürfen es auch mal sein….😉💪🏼

in diesem Sinne – Arschbacken zusammen kneifen und durch!

Coach Nico

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